So naiv.

So naiv.

Manchmal vermiss ich meine Naivität. Ein kleines bisschen.

Verbringt man beispielsweise mal nur ein bisschen Zeit mit dieser kleineren, meist lauteren Ausgabe von Freunden oder Verwandten, also mit Kindern, merkt man schnell, wie einfach und toll manches sein kann. Nicht, dass es damals als Kind wirklich einfach und alles toll war. Da war vieles unglaublich schlimm, einiges hochkompliziert und vor allem absolut nicht nachvollziehbar, wie die Großen das alles so einfach können. Aber heute, so als Großer, ist da sooo viel mehr unglaublich Komplizierteres! Steuern, zum Beispiel.

Wie viel bunte Ideen da mal waren.
Wie viel Quatsch da dabei war.
So viel weiße Fläche auf der Leinwand.
Wie viel Freude für alles da war.
Nur nicht für Champignons. Auch wenn es sich wie Champions anhört.
Wie viel möglich war.
Wenn auch noch nicht greifbar. Aber möglich. Ganz bestimmt.

Man wird so erwachsen und so erfahren. Haste schon mal probiert, war kacke, machste nich nochmal. Steuererklärungen zum Beispiel. Das is grundlegend ja schon toll. Einmal ein Handy in der Kloschüssel gehabt, schaut man das nächste Mal schon zwei mal hin, ob die Hosentaschen wirklich leer sind. Aber das gilt ja dann auch für die tollen Dinge. Machste nochmal. Kennste schon. Hm. Oder?

Don’t grow up. It’s a trap.

Naja, aber was willste denn machen. Lauf der Zeit und so. Und diesen wilden, anarchistischen, emotionsgeladenen, leichtgläubigen, ängstlichen, lauten Kindern das Kommando geben will doch außer Herbert wirklich keiner.